Eine gute Vorbereitung war für mich das A und O der Niederlassung.

Marie-Luise Vierkant
HNO-Ärztin und Schlafmedizinerin
Niedergelassen in einer Einzelpraxis mit zwei angestellten Ärzten, Bremerhaven Lehe
Ich wusste tatsächlich schon sehr früh, dass ich mich irgendwann niederlassen möchte. Allerdings wollte ich darauf gut vorbereitet sein und habe deshalb erst einige Jahre als angestellte Fachärztin gearbeitet. Jetzt freue ich mich, dass ich die Vorteile einer eigenen Praxis nutzen kann: selbstständige Entscheidungen treffen, familienfreundliche Arbeitszeiten. Mein tolles Team ist eine große Unterstützung.
„Nach meiner fachärztlichen Ausbildung an der Klinik war ich an zwei verschiedenen MVZ in Berlin angestellt. Für mein Privatleben war der Wechsel in die ambulante Versorgung ein klarer Vorteil, weil ich nicht mehr nachts und am Wochenende arbeiten musste und insgesamt sehr viel familienfreundlichere Arbeitszeiten hatte. Es liegt aber auch in der Natur einer Anstellung, dass man häufig wenig Mitspracherecht hat und sich eigene Ideen nur schwer verwirklichen lassen. In den MVZ kommt noch eine hohe Fluktuation hinzu, die oft Personalmangel verursacht. In den Jahren der Anstellung konnte ich aber erstmal alles lernen, was für die Arbeit im ambulanten Versorgungsbereich notwendig ist. Das war für mich persönlich eine optimale Vorbereitung auf die Niederlassung.
Man muss natürlich dann auch den Absprung schaffen. Ich habe oft mit angestellten Kollegen in den MVZ gesprochen. Viele haben unabhängig voneinander gesagt, dass sie immer mal wieder über eine Niederlassung nachgedacht hätten, es aber irgendwann zu spät dafür gewesen sei. Das hat mich sehr beschäftigt und meinen Wunsch nach einer eigenen Praxis noch verstärkt. Deshalb habe ich beizeiten angefangen, nach Praxen zu suchen und mir auch einige angeschaut.
Ausschlaggebend war dann die Information eines Kollegen aus der Klinik. Er sagte mir, dass eine HNO-Praxis in meiner Heimatstadt Bremerhaven vor der Schließung stand, weil sich kein Nachfolger finden ließe. Da habe ich natürlich aufgehorcht. Vor allem auch, weil ich ja in Bremerhaven geboren wurde, meine Eltern dort leben und für mich schon lange feststand, dass ich irgendwann zurückkommen würde. Also habe ich mit meinem langjährigen Finanzberater über die Machbarkeit gesprochen und danach dann Kontakt mit der KV aufgenommen.
Mein Vorgänger, Dr. Rembert Mammes, gab mir die Information, weil welchem zuständigen Mitarbeiter ich mich am besten melde. Das habe ich dann in den folgenden Monaten auch mehrfach getan. Die KV war eine große Hilfe. Ich konnte jederzeit jemanden telefonisch erreichen. Jede aufkommende Frage wurde geduldig beantwortet.
Ja, und jetzt freue ich mich, dass mit der Niederlassung alles so gut geklappt hat. Ich habe ein ganz tolles Team und dadurch eine enorme Arbeitsentlastung. Alle denken mit und sind engagiert, die Kommunikation funktioniert gut und macht Spaß. Ich kann viele Dinge selbst entscheiden und muss vorher nicht alles mit Vorgesetzten besprechen.