Das ambulante Setting eröffnet mir viele neue Chancen.

Ibrahim Musa: Internist und Gastroenterologe

Ibrahim Musa

Internist und Gastroenterologe
Niedergelassen in einer Berufsausübungsgemeinschaft, Bremen Altstadt

Grundsätzlich war ich immer ein begeisterter Krankenhausarzt. Die stationäre Arbeit hat sich aber massiv verändert. Irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, dass ich als Verantwortlicher den bestehenden Problemen nur noch hinterherlaufen konnte. Das war nicht mehr die Art von Medizin, die ich eigentlich praktizieren möchte. Um so stärker setzte sich in meinem Kopf die Idee fest, über eine Alternative nachzudenken.

Viele Jahre fühlte ich mich im Krankenhaus gut aufgehoben, zuletzt in der Funktion eines ermächtigen Klinikarztes im Rheinland. Zunehmende berufliche Verantwortung, steigender Druck im stationären Setting, die politische Intention zur stärkeren Ambulantisierung, Personalmangel und die schwierige wirtschaftliche Gesamtsituation - das alles hat mir die Arbeit aber immer mehr verleidet. Die Motivation zur Niederlassung ist schließlich im Rahmen meiner breiten ambulanten Ermächtigung im Krankenhaus entstanden. Das war der entscheidende Auslöser. Ich habe gemerkt, wie viele Chancen mir das ambulante Setting bietet und wie eng man Patienten und Patientinnen - insbesondere mit chronischen Erkrankungen - begleiten kann. Hier lässt sich ein gutes und vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis aufbauen, ohne den ständigen Arztwechsel, der häufig mit Informationsverlusten einhergeht.

In den letzten zwei Jahren meiner Krankenhaustätigkeit habe ich mich bereits regelmäßig umgesehen und auch Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen aufgenommen, von möglichen Praxiseinstiegen bis hin zu Praxisübernahmen. Der entscheidende Punkt war zunächst, die passende Praxis zu finden und sich mit dem Praxisinhaber zu einigen. Danach habe ich mich direkt an die KV gewandt, die mir umgehend eine Beratung angeboten hat. Das hat mir sehr geholfen, um Fragen zu Themen wie Praxisübernahme, Marktbedarf, Praxisliquidität und andere praxisrelevante Aspekte zu klären. Ich muss sagen, dass diese Unterstützung eine große Erleichterung für mich war und meine Entscheidung zur Niederlassung maßgeblich positiv beeinflusst hat. Daneben habe ich mich von Banken sowie Steuer- und Praxisberatern begleiten lassen, die mich alle zu diesem Schritt ermutigt haben. Ein besonderer Dank gilt dem bisherigen Praxisinhaber, Dr. Beckenbauer, der mich mit Rat und Tat unterstützt hat und mir auch künftig seine Beratung bei der Integration in das Bremer Arbeitsumfeld zugesagt hat. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.    

Für mich spielt Kontinuität in der Patientenversorgung eine große Rolle. Hier kann ich Präventivmedizin aktiv betreiben. Gerade in Zeiten zunehmender Zentrenbildung und Subspezialisierung ist es mir wichtig, bei komplexen Krankheitsbildern die richtige stationäre Anbindung zu gewährleisten und entsprechende Kooperationen aufzubauen.

Sowohl meine Frau als auch ich haben familiäre Wurzeln in Bremen und wussten schon immer - wenn sich eine berufliche Gelegenheit ergibt, werden wir sie ohne Zögern ergreifen. Bremen ist ein reizvolles, wunderschönes und familienfreundliches Bundesland mit vielen Chancen. Meine Frau und ich freuen uns daher sehr auf den Neustart in unserer alten Heimat.

Und wenn ich anderen noch etwas mit auf den Weg geben darf: Wer ernsthaft über eine Niederlassung nachdenkt, sollte nicht zu lange zögern, sondern sich frühzeitig beraten lassen und die ersten Schritte einleiten. Es gibt viele Beratungs- und Unterstützungsangebote, die den Entscheidungsprozess deutlich erleichtern können.